Zweiter FutureLab Summit der Ingeborg-Gross-Stiftung: Starkes Zeichen für exzellente Forschung

Die Ingeborg-Gross-Stiftung hat mit dem zweiten FutureLab Summit im Kesselhaus Karlsruhe erneut ein starkes Zeichen für exzellente, anwendungsnahe Forschung gesetzt: 65 Teilnehmende aus Chemie, Verfahrenstechnik, Wirtschaft und Recht diskutierten, wie wissenschaftliche Erkenntnisse besser in industrielle Anwendungen und gesellschaftlich relevante Lösungen überführt werden können. „Mit dem FutureLab Summit schaffen wir eine Plattform für Zukunftsideen, in dem Nachwuchsforschende und erfahrene Köpfe gemeinsam an Lösungen für die großen Herausforderungen arbeiten“, betonte Stiftungsvorstand Dr. Thilo Pachmann. „Unser Ziel ist es, Exzellenz in der Forschung zu fördern und gleichzeitig Brücken in die industrielle Anwendung und die Gesellschaft zu schlagen – genau diese Verbindung macht das Format so wertvoll.“ Organisiert wird dieser Forschungsgipfel von der Hamburger Initiative Naturwissenschaft und Technik, zu deren Trägern die Ingeborg-Gross-Stiftung gehört.

Beim ganztägigen FutureLab Summit am 18. Juni 2026 in Karlsruhe brachte die Ingeborg-Gross-Stiftung ihre Stipendiatinnen und Stipendiaten mit hochkarätigen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Das historische Kesselhaus diente dabei als Forum für interdisziplinären Austausch – von der Grundlagenforschung in der Chemie bis zu rechtlichen und ökonomischen Fragen der Bioökonomie, der Industrie und des Sports.

Insgesamt 65 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, aktuelle Forschungsprojekte kennenzulernen, gemeinsam weiterzudenken und Kontakte über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg zu knüpfen. „Gerade in Zeiten volatiler Märkte, geopolitischer Spannungen und raschen technologischen Wandels brauchen wir Räume, in denen Chemie, Verfahrenstechnik, Wirtschaft und Recht zusammenkommen“, so Stiftungsvorstand Pachmann. „Der Summit zeigt, wie stark unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten diese Zukunft mitgestalten.“

 

Verfügbarkeit von Biomasse in Anbetracht von Konflikten und Klimawandel

Zum Auftakt der Veranstaltung skizziert Professor Enno Bahrs von der Universität Hohenheim in seinem Keynote-Vortrag und anschließendem Gespräch die „Biomasseverfügbarkeiten als Herausforderung für die Chemie“. Dabei beleuchtet er geopolitische Rahmenbedingungen, den Umgang mit fossilen Rohstoffen und die Perspektiven einer nachhaltigen Bioökonomie. Er stellte dar, wie und wo Biomasse global zur Verfügung steht und wie deren Nutzen aussehen könnte. Sein vorläufiges Fazit: Menschen nutzen die global verfügbare Biomasse immer stärker aus, auch weil die Chemiebranche zunehmend auf nachwachsende Rohstoffe setzt und setzen muss, mit starken regionalen Unterschieden und Entwicklungstrends sowie erkennbaren Kapazitätsgrenzen. Laut Bahrs muss verstärkt die Frage geklärt werden, wie lokal die erforderlichen Biomassen angemessen in Menge und Qualität zur Verfügung gestellt werden können – auch in Anbetracht zunehmender geopolitischer Konflikte und dem voranschreitenden Klimawandel.

 

Impulse aus dem FutureLab: Erkenntnisse von fünf Stipendiaten im Fokus

Ein zentrales Element dieses Forschungsgipfels sind die „Impulse aus dem FutureLab“: Stipendiatinnen und Stipendiaten der Ingeborg-Gross-Stiftung stellten ihre aktuellen Forschungsarbeiten vor und zeigten, wie breit das Spektrum der geförderten Projekte ist:

  • Insa Peters von der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitet an der Entwicklung eines Organ-on-a-Chip-Systems für die Anti-Doping-Forschung. Mit miniaturisierten Gewebemodellen auf Chips sollen Wirkstoffe realistischer getestet und neue Nachweismethoden für verbotene Substanzen entwickelt werden.
  • Paul Ziegler von der Universität Leipzig untersucht „Fairness als systemprägenden Grundbegriff des Sportrechts“. Seine Forschung zeigt, wie Fairness als juristischer Leitbegriff genutzt werden kann, um Regelsysteme im Profisport, Sanktionen und Verfahren rechtssicher und zugleich ethisch fundiert auszugestalten.
  • Moritz Hilgers von der Universität Hamburg stellt seine Arbeit zur Entwicklung nachhaltiger Tackifier-Harze vor. Ziel ist es, klebtechnische Schlüsselkomponenten auf Basis erneuerbarer Rohstoffe zu entwickeln, die sowohl leistungsfähig als auch ressourcenschonend sind. Eine wichtige Voraussetzung für den nachhaltigen Einsatz in beispielsweise Reifen oder anderen Mehrschicht-Gummisystemen.
  • Saskia Münzner von der TU Bergakademie Freiberg arbeitet an Untersuchungen zur Dehydrokupplung von Hydridosilanen. Ihre Ergebnisse eröffnen neue Wege für effiziente Synthesewege in der Siliciumchemie, die für Hightech-Anwendungen etwa in Elektronik und Materialwissenschaften bedeutsam sind.
  • Jean Louis Beckmann von der Hochschule Hamm-Lippstadt gibt Einblicke in seine „Untersuchung synergistischer Effekte von phosphor- und schwefelhaltigen Verbindungen als Flammschutzadditive“, mit denen Flammschutzmittel sicherer und zugleich nachhaltiger gestaltet werden sollen.

 

Blick nach vorne: Neue Themen für das FutureLab

Weiterer Schwerpunkt des Forschungsgipfels war der intensive Austausch zu neuen Forschungsideen und -ansätzen. In einer Session zu den Themengebieten Chemie und Verfahrenstechnik ging es um Beiträge zum Recycling von Polyolefinen von Professor Manfred Wilhelm (Karlsruher Institut für Technologie), zum nachhaltigen Flammschutz für (Co-)Polymere und Dispersionen von Professorin Sabine Fuchs (Hochschule Hamm-Lippstadt), zu effizienten Flammschutzmitteln für die Imprägnierung in Massivholz von Dr. Arne Schirp (Fraunhofer-Institut für Holzforschung) und zu innovativen Hybrid-Materialien von Professorin Franziska Lissel (TU Hamburg).

Parallel diskutierte eine Vortrags-Session zu den Themengebieten Wirtschaft und Recht die Evaluierung der Produktion von High-Oleic Sunflower Oil in Deutschland als Beitrag zur Bioökonomie von Professor Enno Bahrs und Leopold Vogt (Universität Hohenheim), die Verfolgung Minderjähriger wegen Dopings im Sport zur Notwendigkeit altersgerechter Verfahrensstandards von Professor Gunhild Godenzi und Tvrtko Lijovic (Universität Zürich), „Angewandte Anti-Doping-Forschung: Juristische Fragen analytisch lösen“ von Dr. Matthias Kamber (Manfred-Donike-Institut Köln) sowie Strategic Crisis Management in Enterprises von Laura Ude (Hamburg School of Business Administration).

 

Postersession zu Masterarbeiten und Promotionsthemen stärkt das Netzwerk

Zum Abschluss des Forschungstages bot eine Postersession Raum für vertiefende Gespräche rund um Masterarbeiten und Promotionsthemen der Stipendiatinnen und Stipendiaten. Ein passendes Format, das den Austausch und das Netzwerk zwischen Nachwuchsforschung, etablierter Wissenschaft und Industriepartnern stärkt.

„Der FutureLab Summit zeigt, wie viel Innovationspotenzial entsteht, wenn wir disziplinäre Grenzen bewusst überschreiten“, resümiert Dr. Pachmann. „Diese Dynamik werden wir weiter ausbauen – mit unserem Stipendienprogramm, neuen Themenfeldern und einem Summit, der sich als feste Größe im wissenschaftlichen Kalender etabliert.“